8.30 Ich hab uns den Wecker gestellt und möchte gerne um 10.30 am Fahrrad sitzen, damit ich nicht zu spät komme. Die meisten Stände beginnen um 12.00 wegzuräumen und ich hab noch ca 3,5km Weg.
Heute gibt es nur ein schnelles Frühstück ohne Ei. Hier hab ich euch mal ein Frühstücks Foto erstellt.
Der Brei besteht aus vielen verschiedenen Ballaststoffen, Soja, Zimt, Leinöl und verschiedensten Früchten. Obendrauf kommt dann als Pulver Brennnessel, Bitterstoffe, Opc und Herzenswärme, meine eigene Mischung.
10.30 Kurt telefoniert gerade. Ich montiere den Akku in der Fahrradtasche und fahre los. Aber es fühlt sich heute seltsam an und vibriert. Ich frage nach. “Fahr weiter!” ist die Antwort, “wenn du eine Panne hast, hol ich dich. Wahrscheinlich schleift nur die Packtasche”. Ich versuche es, aber diese Vibrationen werden immer stärker. Ich bin zwar schon über einen km gefahren, aber das “fahr weiter” hat in meinen Augen keinen Sinn.
Kurt kommt mir entgegen und wir tauschen schnell die Räder. Ich radel wieder los. Aber oh Schreck, da ist ja kein Schloss drauf auf diesem Rad. wie soll ich es denn absperren. Wieder ein Telefonat, dass ich zurückkomme, um das Schloss zu holen.
Mittlerweile ist es 11.00 ! Das hab ich gebraucht! Jetzt aber ordentlich in die Pedale treten!
Ich kann meinen ganzen Einkauf erledigen. Es ist angenehm warm und die Sonne scheint.
Gut, dass ich nicht aufgegeben hab.
12.30 Wir singen unserem 2-jährigen Enkel ein Geburtstags Ständchen in unserer Wichtel Kleidung. Ich finde das Video ist zum krumm lachen.
15.00 Ausgerüstet mit Kübel, Chlor und Putztuch wasche ich die Wände vom Ausleger, zumindest so weit ich komme.
Im Sommer haben wir vielleicht mehr Gäste als Betten, daher sollten wir zumindest einen Ausleger, eine Seite bewohnbar machen.
Wir müssen den Ausleger komplett ausräumen, dann kann ich weiter waschen und Kurt streichen mit der Stink Farbe. Aber ab Mitternacht kommt wieder Regen auf eine Woche. Daher müssen wir noch abwarten mit dem Ausräumen.
Im Ausleger lagern wir die Segelsäcke, mein Standup Board mit den Rudern und alle großen Dinge, die woanders nicht Platz haben.
Simon vom Bootsshop schreibt mir, dass die Kette um 14.00 voraussichtlich geliefert wird. Warten wir lieber noch eine Weile mit dem Abholen. Wir sind ja in Südfrankreich. Da gehen die Uhren anders.
16.00 Jetzt wagen wir es und gehen mit der Alurodel zum Bootsshop. Er gibt uns einen Schlüssel. Im Keller in einem Lagerraum liegt unsere Kette.
Jetzt wird´s griffig. Nach längerem suchen, welchen Raum er meint, finden wir unsere Kette. Sie liegt auf einer Palette, anstelle in einem Fass. Ich sehe aber ein Fass, das wir uns ausborgen können. Kurt schöpft 70m verzinkte Ankerkette in das Fass, das Fass schieben wir auf die Alu Rodel. Aber dann geht es bergauf aus dem Keller raus.
Das schaffen wir und die Rodel auch noch. Aber dann mitten auf der Straße, als wir gerade unter dem Kran durch gehen, macht die Rodel schlapp und schleudert ein Rad weg. Oje!
Jetzt muss doch das Wohnmobil herhalten. Kurt füllt die Kette ins Auto, ich bringe das Fass und den Schlüssel zurück.
Sehr hübsch ist sie. Hier unter dem Schiff, wollen wir sie nicht liegen lassen.
Der Ankerkasten ist innen schmierig, ölig und braun vom Rost und dem Fett, das ich aufgetragen habe jedes Jahr, um das weitere rosten zu verhindern.
Eine Waschlauge reinigt wunderbar den Ankerkasten. Jetzt darf der neue Anker in den Kasten gezogen werden.
Der Himmel färbt sich dunkelgrau.
18.00 Der wind ist da, der gestern die laute Brandung erzeugt hat. Er hat einen ganzen Tag hierher gebraucht. Es tost und pfeift wieder einmal im Hafen.
Um 0.00 soll der Regen beginnen mit einer riesigen Wolke sagt das Regen Radar.
20.00 Kurt schleift innen im Schiff den Fußboden weiter. In ein paar Tagen wird die große Lieferung Farbe und Polyester kommen. Es wird schön aussehen, schöner als mit dem alten Belag.
Aber bis dorthin ist noch ein langer Weg.
21.00 Kurt beginnt die Hälfte des Innenraumes zu kitten, damit wir danach noch rausgehen können. Dann muss es härten über Nacht. Vielleicht lassen wir die Heizung laufen.
Morgen dann die zweite Hälfte, wieder härten, kurz über schleifen und dann das ganze auf einmal streichen mit Stink Farbe. Danach darf es ordentlich trocknen und härten. Ich glaube dazwischen kommen auch noch ein paar Lagen Polyester Flies hinein.
Ich geh mal entsorgen und horchen was der Wind so tut. Es ist sehr ungemütlich draußen, pfeift, klappert und stürmt. Ich hab´s gewusst gestern, wie ich die Dünung gehört hab, dass wieder so ein heftiger Ost Wind auf uns zukommt.
Mit den Wetter Kapriolen hier bin ich ja schon ziemlich vertraut. Das ist auch wichtig, um hier zu überleben. Besonders wenn wir am Meer sind.
22.30 Es beginnt schon heftig zu regnen. Der Wind hat 80-100km/h! Das ist kein Wetter mehr für Spaziergänge. Ich flüchte ins Wohnmobil, da Kurt streicht.


