11.00 Blauer Himmel lacht uns entgegen, leichter Westwind weht. Windgeschützt ist es schon sehr angenehm.
Aber ich habe Arbeit. Unsere neue Ankerkette bekommt heute auf den komplettten 70m einen Schutzanstrich mit Owatrol. Ob es etwas bringt, werden wir erst nach dem Sommer wissen.
D.h. die komplette Kette muss aus dem Ankerkasten und am Besten auf die Palette gelegt werden. Wir überlegen eine Weile. Ich denke, am Angenehmsten ist es, wenn sie vor mir hängt und ich kann sie im Stehen von allen Seiten gut einstreichen.
Am Deck müsste ich mich kniend weiter bewegen. so ist es sicher besser. Aber ich benötige eine Schutzbrille und ein bisschen mehr Kleidung, da ich im Wind stehe, im Schatten.
2m hab ich schon, sind es ja nur mehr 68m!
Kurt überwindet sich, weiter die Decke im Gästebett abzuschleifen. Es ist eine schlimme Arbeit. Er hat die weißen Stückchen überall an sich und trotz zweierlei Brillen auch im Auge. Das geht nicht. Er braucht eine richtig dichte Schutzbrille.
Wir brauchen eine Weile, bis wir auch das letzte Stückchen Farbe aus dem Auge spülen können. Lieber noch einen Tag warten und dann den Rest mit der Sicherheitsbrille abschleifen.
Kurt bekommt zum Trost Bohnen mit Speck in Tomatensauce. Es sieht nicht nur toll aus, sondern schmeckt auch wieder besonders gut.
Ich marschiere noch eine Weile zu meiner Kette.
16.00 Die Pakete sind im Locker. So fahren wir los, bestückt mit Packtaschen und 2 Rucksäcken zur Rhone und dann weiter zum Supermarkt. Es ist angenehm warm. Seit ein paar Tagen verwende ich keine Handschuhe mehr beim Radfahren, obwohl die finger am Rad am Schnellsten auskühlen.
Während Kurt die Pakete am Rad verstaut, kaufe ich ein.
Der Sonnenuntergang taucht das Land in goldenes Licht. Es ist so wunderschön anzusehen.
Die Radstrecke ist auch besonders schön und im Moment ist es ja nicht mehr so kalt, daher noch angenehmer. Der größte Teil des Weges führt an der Rhone entlang und dann hinter einer kleinen Siedlung, aber immer auf Radwegen. So müssen wir nicht durch den Ort fahren und es ist ja doch weit.
18.00 Wir sind zurück. Der Wetterbericht sagt für 4.00 Früh Regen voraus. Das bedeutet jetzt für mich weiter streichen und eine kleine Nachtschicht einlegen.
Kurt montiert mir den neu gelieferten Scheinwerfer und es kann los gehen. Sofort stürzen die Gelsen auf mich und auf die glänzende Kette, wo sie sofort kleben bleiben.
19.30 fertig! Die Kette ist lasiert mit Owatrol und bereits wieder im Ankerkasten. Geschafft!
So sieht unsere alte Kette jetzt aus.
Wir bleiben im Schiff. Ich schreibe. Kurt hat wieder ein Programmierteil bekommen und versucht es einzugliedern ins System und ärgert sich, wenn es nicht gleich klappt.
Es tröpfelt ein bisschen.
Bis zu unserem Spaziergang wird es schon wieder aufgehört haben.
Bis zu unserem Spaziergang wird es schon wieder aufgehört haben und so ist es auch. Es ist wieder mild und windstill.






