Ich hoffe, ihr kennt den Ausdruck. Das ist ein Tag, an dem ganz viel passiert, oder ganz viel weiter geht, ganz viel erledigt werden kann. Es gibt nicht so viele davon, leider! Meist sind Kobolde da und necken uns.
8.00 Der Wecker läutet! Kaum zu glauben!
9.00 Wir sitzen beim Frühstück, sind aber mit den Gedanken schon weiter.
Kurt heizt am Schiff die Heizung ein. Heute kommt die Masseurin, um ihn zu massieren und davor gibt es noch einiges zu tun.
Der Lack, den Kurt am Abend und in der Nacht noch verstrichen hat, riecht zum Glück nicht mehr. Das ist schon mal gut!
Die Sonne lugt heraus. Ich denke, wir müssen die Heizung ausschalten. Sonst wird es eine Sauna und nicht eine Massage.
Alex versucht telefonisch unter Kurt´s Anweisungen, die Heizung zuhause zu reparieren und das dauert wirklich lange.
Ich fülle den Wassertank im Wohnmobil und entsorge das Grauwasser vom Schiff und vom Wohnmobil. Dann noch aufräumen und das Auto startklar machen. Nach der Massage müssen wir unbedingt einkaufen fahren. Und das startklar machen heißt, jedes frei stehende, oder freiliegende Teil zu verstauen, sodass nichts durchs Auto fliegt während der Fahrt.
Weiters noch den Müll trennen und draußen entsorgen.
Ich bin so froh, dass es hier kein Flaschenpfand gibt. Das ist ja wirklich ärgerlich, das wir dies haben in Österreich und sicherlich ein Gewinn für den Supermarkt. Der Konsument hat da nichts davon. Oft ist das Pfand teurer, wie die Flasche. In Italien gibt es auch kein Flaschenpfand, nur in Österreich und in Deutschland.
11.45 Marion, die Masseurin ist schon da!
Die nächste Stunde gehört mir, während Kurt massiert wird.
Ich möchte gerne wieder einmal laufen gehen. Nachdem es so oft regnet, hab ich das Laufen vernachlässigt, oder so wie am Anfang, zu kalt war. Aber jetzt ist es ideal für Freiluft Sport. Es hat 15 Grad, die Sonne scheint, fast kein Wind weht.
Was steht denn hier am Wegesrand, im Gras, obwohl keine Bäume weit und breit wachsen. Witzig! Sieht doch einem Parasol ähnlich? Natürlich pflücke ich ihn nicht, um ihn zu essen.
Ich schaffe nur ein bisschen mehr wie 3km, werde mich aber wieder steigern.
13.30 Wir essen noch unseren Bismarck Fisch, der hier besonders weich und gut ist.
Wer einen möchte, ich kann euch einen mitbringen.
14.30 Es ist wunderbar warm draußen. Während Kurt zusammen packt und seine Lieferungen kontrolliert, schwing ich mich noch auf den Roller und schaffe auch noch 2km.
So das passt mal fürs Erste.
Es ist sehr mühsam hier einzukaufen, weil immer etwas aus ist. d.h. wenn es etwas gibt, so wie die Eier, obwohl wir sie gar nicht benötigen im Moment, muss man sie kaufen. Denn eine Woche später kann auch wieder alles leer sein. Seit Weihnachten warte ich auf Haferflocken, die nicht nachgeliefert wurden. Zum Glück wurde ich heute im 2. Supermarkt fündig. Aber es ist trotzdem mühsam. Bei uns ist im Grunde immer alles da! Solche Zustände haben wir zum Glück nicht.
Ich hab viel eingekauft. Damit müssten wir jetzt eine Weile auskommen. Kleinigkeiten kann ich ja mit dem Rad besorgen, wenn es nicht wieder regnet.
18.00 Ich bereite für mein online Pilates vor. Wir schalten meine Standheizung ein, als es einen Blitz macht und die Elektronik kaputt geht. Na toll! Heute ist wohl zu viel Energie in der Luft. Das liegt sicher an den Sonnenstürmen.
Zum Glück ist es mild und wir teilen uns eine Heizung und es ist warm genug beim Pilates.
19.00 Meine Pilates Stunde wird toll und alle sind zufrieden.
Kurt hat noch ein paar zusätzliche Elektronik Teile heute geliefert bekommen und verknüpft sie mit seinem bisherigen System. Alles kann ich schon auf Knopfdruck einschalten, meist vom Handy aus. Erklärungen gibt es, wenn ich es selbst verstanden hab.
Jetzt wisst ihr, warum ich erst so spät heute dazu gekommen bin, zu schreiben. Es war einfach zu viel los, aber ein ausgefüllter Tag.
Ich weiß noch nicht, ob Kurt nochmal streichen geht, oder ob wir spazieren gehen oder beides oder beides nicht. Mal sehen was noch kommt!
Kurt geht die Farbe aus nach 20 Minuten. Somit kommen wir auch noch zu unserer nächtlichen Spazierrunde.
Es ist mild und völlig windstill. Je näher wir ans Ende der Marina kommen, nach Südosten genauer gesagt, umso lauter wird ein Geräusch, das wir schon aus alter Zeit kennen. Vor zwei Jahren sind wir sogar rausgefahren, um zu sehen, wo dieser Lärm her kommt. Hier ist nichts rundherum, nur das Meer und ein paar Häuser.
Es ist die Dünung, die dem Wind vorauseilt. Das finde ich immer so faszinierend. Irgendwo da draußen am Meer weht sehr starker Wind. Der Wind erzeugt eine Welle am Meer und sie beginnt zu laufen und landet als laute Brandung irgendwo am Strand. Und das alles bei totaler Windstille.
Wir stehen noch eine Weile und lauschen dem Natur Schauspiel.

