Donnerstag, 14.8.2013 – noch 44 Seemeilen bis zum Heimathafen!

Die Wellen, die seitlich als Schwell rankamen, haben die ganze Nacht nicht aufgehört. Der Wind kam zwar in der Zwischenzeit aus einer anderen Richtung, war aber mit seinen 5-10kn zu schwach, um das Boot zu drehen und so rollte es die ganze Nacht von einer Seite zur anderen. Immer wieder kamen 2 große Wellen durch, die dann gegen den Rumpf schlugen, was sehr laut war. An schlafen war nicht zu denken, schon gar nicht in der Kajüte. Kurt richtete mir meinen Hundeplatz wieder her unter dem Tisch – ich hab ihn heuer erst 1x gebraucht – und legte sich zu meiner großen Freude dazu. So haben wir die Nacht schwankend verbracht.

6:15 Wecker läutet, es ist viel zu früh zum aufstehen und wir zu müde. Wecker wieder abdrehen.

7:00 jetzt heisst s aber aufstehen, wir haben ca 8 Stunden Fahrt vor uns.

Der Wind ist sanft und weht mit 5 Knoten. In der Früh steht unser Schiff immer noch quer zu den Wellen. Wir fahren los, trinken warmen Tee und essen Kuchen. Wir haben Rückenwind. Als er stärker wird, ziehen wir unsere Segel auf. Zwischendurch darf ich ins kühle Blau, eine Runde schwimmen, um wach zu werden. Sobald das Meer glatt wird, geh ich schwimmen, auch wenn es mitten am Meer ist.

  

Wir fahren mit Segel unterstützt von einem Motor und kommen gut voran. 10 Minuten vor 16.00 stehen wir vor Saint Cyprien und ich muss Übungshalber Großsegel bergen und die Genua einrollen. gut geschafft. Jetzt wird’s spannend, anlegen an unserem Steg. Zum Glück gibt es Hilfe beim anlegen, denn der Wind drückt das große Schiff immer wieder weg vom Steg.

Angelegt sind wir – ein seltsames Gefühl ist zu spüren – zu wissen, dass Sailhymen jetzt wieder auf 10 Monate niedergebunden ist und ich nicht mehr ausfahren kann. Ich freu mich zwar immer, im Hafen zu sein und die Annehmlichkeiten des Hafenlebens genießen zu können, aber ich bin doch auch gerne gesegelt.

So leise übers Meer zu rauschen, ohne lautem, vibrierendem Motorgeräusch und meist sogar schneller als mit Motorkraft, ist wirklich ein Hit.

Abends gibt es Feuerwerk. Das ist zu sehen, denn die Pariser sind am Meer und überall sind Menschenmassen. Ich fahr mit dem Rad zum immer geöffneten G20 Supermarkt und oft stockt die Fußgängerkolonne und nichts geht mehr.

22:30 Feuerwerk! Es stehen so viele Boote im Hafenbecken, daß man über die Boote zum anderen Ufer gehen könnte, sagt Kurt. Und überall an den Ufern sitzen und stehn Menschen, warten, singen, gröhlen….. sind einfach urlaut!

  

Dazu kommt, daß wir auf unserem Deckshaus stehen können und das Feuerwerk ganz nah ist und wir wunderbar sehen!

Toll wars und die Menschenmenge löst sich langsam auf, die Boote fahren wieder an ihre Stege zurück und wir gehen ins Bett. Freun uns auf ein Bett, denn die vorige Nacht war ja grad nicht zum Schlafen geschaffen.

 

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