Der Wind hat so getobt. Ich ersuche ihn spätestens am Vormittag nachzulassen.
7.30 Wir haben den Wecker gestellt, weil unser Kranwart doch gesagt hat, um 8.00 müssen wir raus. Aber vom Hafen Personal ist noch nichts zu sehen. d.h. wir haben auch noch Zeit Frühstück zu bereiten.
9.30 Mehrmals gehen sie an unserem Schiff vorbei, ohne uns zu beachten. Wir sind sehr froh, denn stündlich sollte der Wind weniger werden. Je länger wir im Kranbecken bleiben können, umso besser für unsere Ausfahrt.
10.00 Der Kranwart kommt auf mich zu und bevor ich noch sagen konnte, daß wir gleich ablegen, sagt er mir in freundlichem Englisch, daß er um 11.00 das Kranbecken benötigt.
Ganz wunderbar, das schaffen wir leicht.
Der Wind frischt nochmal auf und es bekommt bis zu 33 Knoten. Sollte er nicht weniger werden? Das hat er falsch verstanden. Wir sind schon wieder bei über 60km/h!
10.30 Jetzt oder nie! Wir wagen den Absprung. Die Leinen sind soweit vorbereitet, daß ich sie einfach durchziehen kann, ohne nochmal an Land zu müssen.
Im Retourgang schiebt sich das Schiff von Kurt gesteuert mit den beiden Motoren gelenkt, aus dem Kranbecken, an den Segelbooten vorbei. Es ist überall genügend Platz.
Jetzt sind wir im Kanal und es ist schon sehr enterisch “am Schwanz des Mistrals zu reiten” wie es heißt, noch mit Mistral auszufahren. Der Wind ist noch recht stark und wir händeln uns von Markierungsboje zu Markierungsboje. Das Schiff fährt brav.
Danach öffnet sich eine riesige Bucht, wo die Tanker auf ihre Abfertigung warten. Zum Wind kommen jetzt auch Wellen dazu, aber langsam, sehr langsam wird der Wind etwas schwächer.
Hinter dem letzten Tanker setzen wir Segel und rauschen raus aufs Meer.
Wie hat eine Turnerin bei meinem Online turnen mal gesagt: “Ich kann schon das Meer sehen!” und es fühlt sich sehr gut an.
Wir segeln, nehmen auch mal einen Motor dazu, wenn der Wind zu schwach ist, sogar kurz beide Motoren, dann wieder nur die Segel. So schieben wir uns durchs Wasser.
Nur das mit der Wasser Temperatur, das klappt noch nicht so richtig. Es hat 14,4 Grad. Irre!
Lange Zeit rollen riesige Wellen ran vom Westen, und wir fahren so richtig rauf und runter. Im Westen weht starker Westwind und die Dünung davon, kommt bis hierher.
Ich möchte uns Essen zubereiten, als mein Magen sagt, “geh wieder raus aus der Küche, sonst wird mir übel”. Ich bin sehr selten Seekrank, nur diese langgezogenen Wellen mit auf und ab, die mag mein Magen gar nicht, schon immer nicht, wenn ich zurück denke. Kurt war noch nie Seekrank.
Auch sind wir ein wenig übernachtig, weil wir heute Nacht aufgrund des lauten Sturms so wenig geschlafen haben. Da kommt dann alles zusammen beim Seekrank Gefühl.
Aber das Meer ist wunderschön blau, und glitzert in der Sonne, genauso blau wie der Himmel! herrlich, wenn es nur ein wenig wärmer wäre, wär ich schon drin! Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre!
17.00 Wir fahren an la Ciota vorbei und meinem Engelsflügel mit den faszinierenden Sand Felsen, als hätte Gaudi sie gestaltet. Es ist jedes Mal wieder ein Erlebnis hier vorbei zu fahren.
Wir wollen noch ein Stück weiter bis Bandol, denn Morgen früh dreht der Wind und wir müssen Schutz suchen. Auf der Weiterfahrt hätten wir starken Gegenwind und somit lassen wir lieber einen Tag fahren aus. Wird uns auch guttun!
19.00 Wir kommen in Bandol an, finden einen guten Ankerplatz auf 5m Tiefe. So gerne würde ich jetzt eine Runde ums Boot schwimmen. Die Wasser Temperatur ist schon auf 17,9 Grad gestiegen, immerhin. Aber es ist mir nicht nach dieser Temperatur.
20.00 Ich bereite uns Essen und wir liegen noch in der Abend Sonne am Trampolin. Wir haben einiges an Schlaf nachzuholen.
21.00 Natürlich wollen wir noch in den Ort und am Weg dorthin den neuen Außenbordmotor testen.
21.30 Die Sonne ist untergegangen und es ist so kalt. Eisessen macht gar keinen Spaß. Trotzdem schaffen wir eine riesige Runde um den sehr großen Hafen.
Ich glaube heute Nacht benötige ich Söckchen und noch eine 2. Decke.

