3.00 Es beginnt zu tröpfeln! Zum Glück hört man dies gut am Schiff. Ich wecke Kurt auf. Er macht einen Kontrollgang rund ums Deck. Wir schlafen wieder ein. Es hat nur ganz wenig geregnet.
8.00 Die 1. Mistral Wind Böe setzt ein. Ich wecke Kurt auf, er macht einen Kontrollgang, sieht nach den anderen Booten und lässt noch ein wenig Kette hinein, weil ein Teil der Snubber, das sind Gummi Dämpfer gespannt sind. Wir haben 3 Gummi Dämpfer, im Dreieck am ende der Ankerkette eingehängt. Somit kann die Böe nicht am Anker reißen, sondern der Gummi Dämpfer dehnt sich und erzeugt einen sanften Zug.
Es ist blitzblau, nur ganz wenige Wolken sind zu sehen. Der Mistral hat die hohe Luft Feuchtigkeit von 70-80% reduziert auf ganze 25%. Es gibt keine Schwüle dadurch und wir sind recht frisch. Das ist das Positive am Mistral.
Wenn man aber auf die Wetterkarte sieht, dann hat der Sturm vor Cap Corse bereits 100km/h. Bei Mistral kann man normalerweise nicht mehr fahren, oft werden sogar Fähren eingestellt.
Wir bereiten Frühstück. Es ist ein wenig kühler wie sonst.
Die Windböen bewegen sich zwischen 10 und 35 Knoten. Knoten x 1,8 kommt man auf km/h.
Ich möchte schwimmen gehen, aber es ist noch zu viel Wind. Wir hängen ein Seil ins Wasser, falls es mich weg treibt. So ist es sogar bei Wind machbar und sehr angenehm. Durch den starken Wind ist auch die Wasser Temperatur gesunken. d.h. trockene Luft, kühles Meer sollten weniger Gewitter entstehen können.
13.00 Ich war schon auf der Rüttelplatte, bin gehüpft, und hab Liegestütze gemacht – alles als Osteoporose Training.
Wollen wir etwas kochen? Viel gibt es nicht mehr in der Tiefkühltruhe, aber bis Mittwoch müssen wir auskommen. Da sollte der Wind so wenig werden, dass es fahrbar ist und wir zum Supermarkt können.
Ich hab Lamm gefunden im Tiefkühl. Das wird jetzt zubereitet.
Laut Wetterbericht ist Morgen der stärkste Sturm, aber mal sehen! Sonst wird es ein stürmisches Pilates!!!
Der Tag verläuft recht ruhig. Sobald sich der Wind etwas beruhigt, geh ich schwimmen. Für das Standup Board ist der Wind leider immer noch zu stark, obwohl er schwach ist. Aber das ist nicht ruderbar.
16.00 Der Wind dreht komplett um. Alle Boote stehen jetzt chaotisch beieinander. Manche müssen neu den Anker legen. Ein kleines deutsches Segelboot treibt auf uns zu. Ich würde an seiner Stelle die Kette verlängern, aber ich glaube er hat nicht mehr.
Mit Motorkraft zieht er das Boot ein Stück weg von uns. Na gut!
Wir sind zum Teil dort wo es grün und blau ist. An der Spitze Korsikas wo es weiß und schwarz ist, hat es über 50 Knoten.
So sieht es Morgen aus, teilweise bekommen wir auch bis zu 30 Knoten wie heute! Aber nicht soviel wie am Cap Corse! Dort ist gerade die Hölle los! und wir sind froh auf Elba zu sein, im Schutz des großen Bruders sag ich immer zu Korsika!

17.00 Ich höre weiter meine Osteoporose Akademie Ausbildung und backe nebenbei einen Kuchen im Omnia!
19.00 Der Wetterbericht für heute sagt keine Gewitter voraus, da der trockene Wind volle Arbeit geleistet hat. Ich hab Chance auf einen Landgang. Das wäre nett. Morgen wird´s eh nichts mit Landgang. Da heißt es Schiff und Anker überwachen.
Wir lassen das Beiboot vom Anker. Ich schwimm noch eine Runde, um mich zu kühlen vor dem Landgang. Aber Ach! Niemand hat darauf geachtet. Am Sonntag Abend haben wir den Stoppel des Beibootes gelöst, falls wirklich so große Regenmengen werden, dass wir den Kran nicht beschädigen, weil das Boot voll Wasser ist.
Aber niemand hat jetzt dran gedacht und jetzt ist es voll Wasser. D.h. der Kran schafft es nicht mehr hochzuziehen, wir können nur ein Stückchen nach oben. Das sind viele Liter Meerwasser im Beiboot.
Es dauert eine Weile bis wir das Beiboot wieder trocken gelegt haben und in den Hafen fahren können.
Das Eis ist heute viel zu süß. Wir sollten kein Eis mehr essen, oder eines zusammen.
Wir gehen noch eine große Runde durch Porto Azzurro und klettern hoch zur Festung, die in der Nacht beleuchtet wird und von wo aus man einen tollen Ausblick auf die Bucht hat.

Wir liegen im hinteren Teil vor Anker.
Über den hinteren Teil des Ortes geht es wieder zurück.

Am Ende besuchen wir noch die Stein Figuren, Nixen, Neptun, Seepferdchen,….. wunderschön sind sie.

wir fahren zurück zum Schiff. Sobald wir im Beiboot sind beginnt starker Südwind. Was ist denn das jetzt? Hat der Wind umgedreht?
Etwa wellig ist es im Beiboot aber wir erreichen heil unser Schiff. Es hat bereits 20 Knoten.
Der Wind beruhigt sich wieder und wir sitzen noch eine Weile auf der Veranda.
Wir sollten ins Bett gehen. Heute Nacht kommt der starke Mistral von Korsika rüber und dann sind wir für ein paar Stunden nicht mehr im Schutz des großen Bruders Korsika.
Der Wetterbericht, oder besser gesagt, alle Wetterberichte sind sich einig. Ca. um 2.00 soll es losgehen. Das wird wieder eine unruhige Nacht.